Soll noch einmal jemand sagen, Mode und Politik hätten nichts miteinander zu tun. In Milano scheinen die Kollektionen, die momentan auf der Milano Moda Donna präsentiert werden, ein politisches Statement zu sein. Berlusconi hat es im wahrsten Sinne des Wortes zu weit getrieben. So weit, dass selbst Designer zur Gegenoffensive ausholen.

Milano Fashion Week flickr (c) Matt Eone CC-Lizenz
Die Designs, die auf den edlen Laufstegen präsentiert werden, sind eine direkte Antwort auf das Frauenbild der Berlusconi-Ära. In der Mode scheint kein Platz für junge, unmündige Gespielinnen zu sein. Hier dominieren weibliches Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen. Die Modehäuser setzen sowohl auf dunkle Farben als auch auf Schnitte, die leicht maskulin wirken und die Formen ein wenig verhüllen.
Donatella Versace und Silvia Venturini Fendi
Donatella Versace integrierte religiöse Motive. Auf jedem Stück ihrer neuen Kollektion ist ein Kreuz zu finden, dass hier als Bindeglied zwischen Hard-Rock und Gothic fungiert. Klerikale Schnitte kombiniert mit Leder, Fell und Nieten dominierten die Kollektion und repräsentierten die Vielfältigkeit der Frau in den Rollen der Heiligen und Sünderin. Miuccia Prada setzte bei ihren Models auf schwarz geschminkte Augen, glatte Haare und unterkühlte Dynamik kombiniert mit Kleidungstücken, die einen leicht kriegerischen Hauch verbreiteten. Zwar waren viele Teile ihrer Kollektion mit prunkvollen Schmucksteinen geziert, doch liefen diese auf der Brust in einer panzerartigen Formierung zusammen. Weiterlesen »